EWE Wärme+ Ratgeber: Lesen Sie Wissenswertes zum Thema Heizung.

Wärme+ Ratgeber: Vorlauftemperatur

Mit der Vorlauftemperatur die Stromkosten senken

Häufig verwechselt mit der Warmwassertemperatur, dabei spielt sie eine zentrale Rolle bei gut eingestellten Heizungsanlagen: die Vorlauftemperatur eines Wärmeerzeugers. Sie bezieht sich auf das Heizwasser einer Heizungsanlage. Genauer: auf die vorherrschende Temperatur, wenn das Heizwasser das Heizgerät verlässt. Alles rund um die Vorlauftemperatur, ihre Bedeutung und wieso eine korrekt eingestellte Vorlauftemperatur die Stromkosten senken kann, erfahren Sie hier!

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Was ist die Vorlauftemperatur?

Bevor das Heizwasser in die Heizkörper gelangt, muss es erhitzt werden. Vom Heizgerät aus wird die Heizflüssigkeit über den Vorlauf zum Heizkörper geleitet: Über Rohre gelangt sie in die einzelnen Wohnräume. Die Vorlauftemperatur beschreibt die Temperatur des Heizwassers in dem Moment, in dem es aus dem Heizgerät austritt, noch bevor es in die Heizkörper gelangt. An den Heizkörpern kann durch Wärmeverlust im Leitungssystem eine niedrigere Temperatur ankommen. Eine unnötig hoch eingestellte Vorlauftemperatur erhöht die Wärmeverluste und den Erzeugungsaufwand. Die Vorlauftemperatur bestimmt also mit, wie effizient geheizt werden kann – und beeinflusst damit auch die Heizkosten.

Analog dazu meint die Rücklauftemperatur die Temperatur des Heizmittels, das zum Heizgerät zurückfließt. Die Differenz von Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur heißt Temperaturspreizung. Dieser Unterschied beträgt meistens zwischen 10 und 20 °C, wobei Flächenheizungen eine geringere Spreizung aufweisen als Einzelheizkörpersysteme.

Wie wird die Vorlauftemperatur festgelegt?

Was die Vorlauftemperatur ist und weshalb sie wichtig ist, wissen wir jetzt. Wie hoch sollte sie sein? Die optimale Vorlauftemperatur ist so hoch, dass die gewünschte Raumtemperatur gerade so erreicht wird. Die sogenannte Heizkennlinie der Heizungsregelung stellt sicher, dass diese Raumtemperatur bei jeder Außentemperatur erreicht wird – die Vorlauftemperatur wird an der Außentemperatur ausgerichtet.

Allgemein ist eine höhere Vorlauftemperatur nötig, wenn im Haus ein hoher Bedarf an Wärmeenergie besteht. Die Bedingungen im Wohnraum ändern sich dabei je nach Außentemperatur, wodurch auch die Vorlauftemperatur über das Jahr variiert. Dies macht die Heizungsregelung anhand der eingestellten Heizkurve automatisch. Ist die Vorlauftemperatur zu niedrig, werden die Wohnräume nicht richtig warm. Um den richtigen Wert für die eigene Wohnung oder das eigene Haus zu ermitteln, lassen Sie sich am besten von Fachleuten beraten. Im nächsten Abschnitt erklären wir, welche Faktoren die Vorlauftemperatur beeinflussen.

Beachten Sie dabei: Zu hohe Vorlauftemperaturen führen nicht zu überhitzten Räumen! Die Raumluft wird nur so warm, wie der Thermostat an der Heizung eingestellt ist. Zu hohe Vorlauftemperaturen bemerken Sie daher erst durch höhere Energiekosten bei der Abrechnung. Bei zu niedriger Vorlauftemperatur kann es allerdings sein, dass die gewünschte Raumtemperatur nicht erreicht wird. Daher gilt: Wenn Sie die Vorlauftemperatur selbst verändern, dann bestenfalls schrittweise und mit ständiger Kontrolle. Wichtig hierzu sind auch hydraulisch richtig abgestimmte Heizkörper. Nur so werden vom Wärmeerzeuger eher weit entfernt montierte Heizkörper genauso schnell warm wie nahe montierte Heizkörper. Ein hydraulischer Abgleich spart damit auch Heizenergie. Und ein für den Brennwert überaus schädlicher „Kurzschluss“ von zu früh und zu heiß zurücklaufendem Heizungswasser aus den ersten Heizkörpern wird vermieden.

Welche Einflussgrößen beeinflussen die Vorlauftemperatur?

Die Vorlauftemperatur ist neben der gewünschten Raumwärme von äußeren Faktoren abhängig:

  • Energetischer Zustand von Haus und Heizungsanlage
  • Art und Größe der Heizflächen
  • Heizungsart

Bei guter Wärmedämmung des Gebäudes ist eine niedrigere Vorlauftemperatur meist ausreichend. Das liegt daran, dass das Gebäude in dem Fall weniger Heizleistung benötigt, da die Wärme im Inneren gehalten wird. Allgemein gilt: Schlecht gedämmte Wohnungen benötigen eine höhere Vorlauftemperatur.

Das verwendete Heizkörpersystem spielt eine große Rolle: Wegen ihrer kleinen Fläche brauchen beispielsweise Radiatoren die höchsten Betriebstemperaturen. Erst dann ist die Abgabe der Wärmestrahlung und der Konvektion, also der Wärmeströmung, ausreichend, um den Raum auf Temperatur zu bringen. Moderne Heizkörper mit größerer Oberfläche und Flächenheizungen, wie etwa die Fußbodenheizung, kommen dagegen mit niedrigeren bzw. wesentlich niedrigeren Temperaturen im Vorlauf zurecht. Allgemein sinkt die benötigte Vorlauftemperatur mit der Größe der Heizfläche.

Zuletzt ist auch die Heizungsart ausschlaggebend. Bei älteren Gas- und Ölkesseln etwa darf die Rücklauftemperatur im Allgemeinen nicht zu niedrig sein, da diese zu Kondensation und Rostbildung im Kessel führen kann. Moderne Brennwertkessel laufen mit niedrigen Vorlauftemperaturen besser, da diese niedrige Rücklauftemperaturen bedeuten und damit die Brennwertnutzung erhöhen. Bei Wärmepumpen mindern hohe Temperaturen im Vorlauf die Effizienz und steigern dadurch die Stromkosten.

Darüber hinaus ist entscheidend, worauf die Vorlauftemperatur ausgerichtet ist: Ein rein raumtemperaturgeführtes Heizwertgerät arbeitet anders als ein außentemperaturgeführtes. Im Folgenden erklären wir die unterschiedlichen Möglichkeiten, die Vorlauftemperatur auszurichten.

Energie sparen mit der richtigen Vorlauftemperatur

Jedes Heizungssystem benötigt eine Art Fixpunkt, um zu arbeiten. Diese Führungsgröße gibt Orientierung und entscheidet, ob weiterhin geheizt wird oder nicht. Dabei unterscheiden wir zwischen der Außentemperaturregelung und der Innentemperaturregelung.

Besonders unkompliziert ist die Raumtemperatur als Führungsgröße: Ist sie niedriger als die Zieltemperatur, heizt die Anlage. Liegt die Führungsgröße über der eingestellten Temperatur, schaltet die Heizung ab. Das System ist einfach, aber verschwendet Energie: Die Heizung arbeitet unabhängig von der Außentemperatur mit einer gegebenen Vorlauftemperatur, die fest eingestellt auch für kalte Wintertage ausreichend hoch sein muss.

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Die passende Heizkurve für effizientes Heizen

Damit die Heizung effizient arbeitet, wird sie auf die Außentemperatur ausgerichtet. Die Kennlinie beschreibt dabei den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur. Die perfekte Kennlinie gibt es allerdings nicht: Die Heizkurve hängt von vielen Faktoren ab, die wir im nächsten Abschnitt erklären. Allgemein sorgt die Heizkennlinie aber dafür, dass die Heizungsanlage die Räume bei unterschiedlichen Außentemperaturen auf ein konstantes Niveau erwärmt. Eine steile Kennlinie bedeutet, dass eine höhere Vorlauftemperatur in Relation zur Außentemperatur notwendig ist. Je besser die Dämmung, desto weniger Heizleistung ist bei kalten Außentemperaturen nötig – die Heizkennlinie wird flacher.

Allerdings ist, wie bereits erwähnt, die Heizleistung von weiteren Faktoren abhängig, etwa von der Fläche der Heizungsanlage: Eine Flächenheizung wie beispielsweise die Fußbodenheizung benötigt insgesamt eine geringere Vorlauftemperatur. All diese Faktoren beeinflussen die Kennlinie.

Bei der Nachtabsenkung handelt es sich um eine Parallelverschiebung nach unten, da nachts weniger Wärme benötigt wird. Allgemeingültige Werte gibt es hier allerdings nicht: Die Dämmung variiert von Gebäude zu Gebäude, genauso wie die Differenz zwischen Tag- und Nachttemperaturen je nach Region. Lass dich am besten von einem Fachpartner beraten.

Wie stelle ich die Heizkurve ein?

Die Einstellung der Heizkurve benötigt Fachkenntnisse und Erfahrung – darum ist die Einstellung durch Fachleute unbedingt zu empfehlen. Heizungsinstallateure richten die Heizkurve zunächst vorläufig ein und stimmen sie grob ab. Wichtig für die Feinabstimmung der Heizanlage bleibt das Feedback der Bewohner: Nur sie können entscheiden, ob die erreichten Raumtemperaturen den gewünschten entsprechen. Um die Kennlinie entsprechend anzupassen, werden Abweichungen protokolliert.

Ist die Heizkurve eingestellt, können Bewohner eine Parallelverschiebung selbst durchführen, indem sie die gewünschte Temperatur anpassen.

Ist eine niedrige Vorlauftemperatur also sinnvoll?

Allgemein können niedrige Vorlauftemperaturen Heizkosten sparen. Eine Wärmepumpe etwa nutzt die Umgebungswärme und bringt sie mit Strom auf die nötige Vorlauftemperatur. Ist die Spreizung bzw. der Temperaturunterschied groß, wird viel Strom benötigt. Bei einer niedrigeren Betriebstemperatur muss weniger Energie aufgebracht werden – die Kosten sinken. Eine Heizung, die mit dauerhaft niedriger Vorlauftemperatur die gewünschte Raumtemperatur schafft, spart so Kosten – und das betrifft nicht nur Wärmepumpen.

Bei Fußbodenheizungen und weiteren Flächenheizungen reichen wegen ihrer großen Oberfläche allgemein niedrige Temperaturen im Vorlauf. Normal sind hier Temperaturen von unter 45 °C.

Da die Vorlauftemperatur großes Einsparpotenzial birgt, sollte sie unbedingt fachgerecht eingestellt werden.

Alle Infos zur Vorlauftemperatur im Überblick

Die Vorlauftemperatur wird durch viele Parameter bestimmt, die die korrekte Einstellung zur individuellen Angelegenheit machen. Den größten Einfluss üben aus:

  • Heizungsart
  • Dämmung und
  • Außentemperatur

Daneben sind das individuelle Heizverhalten und die persönliche Wunschtemperatur ausschlaggebend. Eine optimale Heizkurve sorgt für konstante Raumtemperaturen. Eine Beratung und Einstellung durch Fachleute ist an dieser Stelle besonders wichtig, da optimale Temperaturen nicht nur das Raum- und Wohnklima verbessern, sondern auch Heizkosten senken.

FAQ – Fragen und Antworten

Wie hoch sollte man die Vorlauftemperatur einstellen?

Was ist die Vorlauftemperatur?

Welche Vorlauftemperatur ist gut bei einer Gastherme?