EWE Wärme+ Ratgeber: Lesen Sie Wissenswertes zum Thema Heizung.

Ratgeber: Heizungsarten

27.08.2021
 10 Minuten
Autor: EWE ZuhauseWärme-Redaktion

Heizungsarten im Überblick

Pellet- oder Holzscheitheizung? Solarthermie oder Wärmepumpe oder doch lieber Ölheizung? Und was war noch mal der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Gasheizung und Gas-Brennwertheizung? Wir geben einen Überblick über die gängigsten Heizungsarten und ihre Vor- und Nachteile.

Veraltete Heizungsanlagen verbrauchen unnötig viel Energie – das ist nicht nur für Verbraucher von Bedeutung, sondern auch im Kontext von Umwelt- und Klimaschutz. Welche Heizungsart aber ist die beste? Natürlich spielen die Kosten eine entscheidende Rolle, doch inzwischen gibt es viele verschiedene Modelle mit unterschiedlichem Fokus. Gas ist günstig und umweltfreundlich? Holzheizungen sorgen für die Abholzung von Regenwäldern? Und Solarthermie ist zu unbeständig? Jedes Heizsystem hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, die passende Heizung für das individuelle Wohnen zu finden. Und häufig findet sich in der Kombination zweier Heizungsarten genau die richtige Mischung. Wir klären in diesem Artikel über die unterschiedlichen Energieträger auf, erklären die gängigsten Heizsysteme und stellen darüber hinaus zum Abschluss einen direkten Vergleich an. Im Kern geht es um die folgenden Heizungsarten: 

  • Ölheizung
  • Pelletheizung oder Holzscheitheizung
  • Solarthermie
  • Wärmepumpe
  • Fernwärme
  • Blockheizkraftwerke (BHKW)
  • Elektroheizung
  • Gasheizung

Energieträger: Öl, Gas oder doch erneuerbare Energien?

Bevor es an das Heizsystem geht, lohnt es sich, die möglichen Energieträger genauer anzusehen. Öl oder Gas, Holz oder Strom? Brennstoff ist nicht gleich Brennstoff. Und nicht alle Heizungsanlagen nutzen Verbrennung zur Wärmegenerierung. Wer umweltfreundlich1 heizen möchte, beachtet den CO2-Ausstoß. Holz gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen. Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie das Holz zuvor aufgenommen und umgewandelt hat. Für eine Pelletheizung benötigst du eine ausreichende Lüftung, da bei der Lagerung von Holzpellets deutlich mehr Kohlenmonoxid emittiert wird, als z. B. bei der Lagerung von Holzscheiten. Das geruchs- und farblose Gas ist für den Menschen gefährlich, weshalb eine fachgerechte Lagerung unabdingbar ist. Die Anschaffungskosten von Holzheizungen sind deutlich höher als die von Öl- und Gasheizungen. Öl- und Gasheizungen weisen dafür deutlich höhere CO2-Emissionen auf, wobei im Vergleich die Gasheizungen hier besser abschneiden. In Kombination mit Brennwerttechnik und Solarthermie gehört auch eine moderne Gasheizung zu den umweltfreundlicheren1 Alternativen. Ölheizungen werden auch in Kombination mit Solarthermie nicht mehr gefördert und dürfen ab 2026 alleine nicht mehr installiert werden. Elektrische Energie erreicht im Bundesmix sehr hohe Emissionswerte. Daher ist bei Elektroheizungen und Wärmepumpen wichtig, welcher Strom bezogen wirdt: Die hochgelobte Öko-Bilanz einer umweltfreundlichen1 Heizungsanlage wie der Wärmepumpe kann zunichtegemacht werden, wenn man herkömmlichen statt grünen Strom1 bezieht.

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Die verschiedenen Heizungsarten

Ölheizung

Die Ölheizung ist als eine der ältesten Zentralheizungsanlagen mit ausgereiftem Konzept weit verbreitet, aber gehört heute nicht mehr zur ersten Wahl: Heizkessel und Öltank nehmen viel Platz ein, die Umweltverträglichkeit ist eher gering. Die Ölheizung verbrennt fossile Rohstoffe und setzt damit CO2 frei. Darüber hinaus ist der Rohstoff endlich. Zukunftsträchtig ist dieses Heizsystem damit nicht gerade. Ein Vorteil der Ölheizung ist der hohe Wirkungsgrad und der frei wählbare Zeitraum für die Betankung – allerdings gelten diese Punkte auch für eine Reihe anderer Heizungsanlagen. Daher lohnt sich die Anschaffung für viele heute kaum noch. Vor allem aber unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit sind Ölheizungen ein Auslaufmodell. Ab 2026 dürfen sie nur noch in Kombination mit regenerativen Systemen wie Solarthermie neu installiert werden, werden aber grundsätzlich heute schon nicht mehr gefördert.

Pelletheizung und Holzscheitheizung

Pelletheizungen und Holzscheitheizungen setzen auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Bei Pelletheizungen ist das stetige Nachlegen von Holzscheiten nicht mehr nötig, da die Pellets über ein Fördersystem in den Heizkessel gelangen. Dementsprechend benötigt eine Pelletheizung neben dem Lagerraum ausreichend Platz für das gesamte System. Wichtig ist eine fachgerechte Lüftung, um Vergiftungen durch das farb- und geruchlose Kohlenmonoxid (CO) zu verhindern. CO wird bei der Lagerung von Holzpellets freigesetzt. Holzheizungen gelten als CO2-neutral1, weil sie nur die Menge CO2 freisetzen, die zuvor durch Bäume gebunden wurde. Allerdings sind in dieser Rechnung die Herstellungs- und Transportaspekte nicht berücksichtigt. Moderne Holzheizungen erreichen inzwischen Wirkungsgrade von über 90 Prozent. Moderne Pellet- bzw. Holzscheitheizungen sind mit und ohne Wassertasche, der für den Anschluss an einen Heizwasserspeicher nötig ist, erhältlich. Sie finden auch im Wohnzimmer Platz, soweit ein Kaminanschluss vorhanden ist. So erhalten Sie neben der umweltfreundlichen1 Heizweise die Wohligkeit eines Kaminofens noch dazu.

Wärmepumpen-Heizung

Mit einer Wärmepumpe wird die Umgebungswärme zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Sie arbeitet wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Eine Wärmepumpe ist eine regenerative Heiztechnik, doch sie benötigt üblicherweise Strom, um zu arbeiten. Es wird unterschieden zwischen Wasser-Wasser-Wärmepumpen, welche die Wärme des Grundwassers nutzen, Sole-Wasser-Wärmepumpen, welche im Erdreich gespeicherte Wärme nutzbar machen, und Luft-Wasser-Wärmepumpen, welche auf die Wärme der Außenluft zugreift. Beachten Sie, dass die meisten Wärmepumpen elektrisch arbeiten: Zwar kostet Sie die Umgebungswärme nichts, dafür zahlen Sie die Strom-Betriebskosten der Wärmepumpe. Bei geringem Energiebedarf lohnt sich die Wärmepumpe wegen der relativ hohen Anschaffungskostenkosten oft nicht. Deshalb ist es wichtig, zu Beginn der Planungsmaßnahmen eine Verbrauchsschätzung anzustellen. Die Kosten sind abhängig von der gewählten Energiequelle, dem energetischen Stand des Hauses und davon, wie die Wärme in die Räume gelangt. Darüber hinaus variieren die Kosten je nach Region und Anbieter teils stark – holen Sie sich also unbedingt mehrere Kosteneinschätzungen ein.

Solarthermie

Mit Solarthermie wandeln Sie Sonnenstrahlung in Wärme um, die dann für die Heizung oder zur Warmwasserbereitung genutzt werden kann. Weil die nutzbare Energie durch Wolken, Schatten und den Stand der Sonne am Himmel stark schwankt, wird die Solarthermie meist in Kombination mit einem anderen Heizsystem verwendet. So sorgt etwa eine Gas-Brennwertheizung für eine Art Grundsicherung, wenn die umgewandelte Energie nicht ausreicht. Die gewonnene Energie wird zudem in Warmwasserspeichern (Pufferspeicher) gehalten, da die Wärme meist dann benötigt wird, wenn die Sonne eben nicht mehr scheint. Solarthermieanlagen müssen gründlich geplant werden und gehören zu den teureren Modellen. Daher kann es sinnvoll sein, zunächst die Basis, etwa eine Gasheizung, zu verbauen. Diese kann im Nachgang mit Solarthermie erweitert werden. Wenn Sie zu Beginn einen ausreichend großer Pufferspeicher installieren lassen, sparen Sie sich den späteren Austausch. Eine zukunftsorientierte Planung ist hier sinnvoll. Aber keine Sorge: Auch wenn Sie bisher keine Solarthermie mitgedacht haben, können Sie eine Gas-Brennwertheizung trotzdem noch mit der umweltfreundlichen1 Technologie erweitern.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke erzeugen sowohl Strom als auch Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung. Durch die doppelte Nutzung der Energieträger sind sie besonders effizient. Im BHKW arbeitet ein Verbrennungsmotor, ähnlich wie der Motor im Auto. Diese Verbrennungsmotoren werden mit Öl oder Gas, Heizöl, Palmöl oder auch Holz betrieben. Der BHKW-Motor betreibt einen Stromgenerator, die bei der Verbrennung entstehende Abwärme wird für die Heizung genutzt. BHKW erreichen damit Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent. Blockheizkraftwerke sind recht teuer in der Anschaffung. Außerdem produzieren sie bei Privathaushalten in der Regel nur dann Strom, wenn auch Wärmebedarf besteht – gerade in warmen Monaten entspricht das kaum dem normalen Bedarf. Daher ist die Kombination mit Solarthermie ungeeignet, da die Technologie den Wärmebedarf senkt. Ein BHKW lohnt sich nur bei ausreichendem Wärmebedarf, weshalb jeder Einzelfall isoliert betrachtet werden sollte. Es ist ratsam, sich von Fachleuten beraten zu lassen, denn der Planungsaufwand ist hoch.

Elektroheizung

Die Elektroheizung gehört zu den umstrittensten Heizsystemen: Sie ist recht günstig in der Anschaffung, dafür schlagen die hohen Betriebskosten zu Buche. Die elektrische Heizung benötigt weder Heizkessel noch Rohrleitungen und erzeugt die Wärme dezentral im Gerät selbst. Sie heizen also mit Strom. Elektroheizungen gelten als effizient, doch das stimmt nur für die Heizung an sich. Im größeren Kontext aber ist auch die Stromerzeugung und -verteilung zu betrachten. Noch immer beziehen wir einen nicht unerheblichen Teil unseres Strommixes aus fossilen Quellen und Atomkraftwerken, deren Wirkungsgrade eher niedrig sind. Dazu kommen noch die Verluste des Transportes zu Ihnen ins Haus. Meistens wird weniger als die Hälfte der enthaltenen Energie aus den Energieträgern wirklich genutzt. Solange also der Strommix in Deutschland nicht grüner1 wird, gehört auch die E-Heizung eher zu den weniger umweltfreundlichen1 Heizungsarten. Wer seine Elektroheizung mit einer eigenen Photovoltaikanlage oder anderen erneuerbaren Energien koppelt, verbessert die Umweltbilanz.

Gasheizung und Gas-Brennwertheizung

Gasheizungen gehören wie die Ölheizung zu den Heizungssystemen mit bewährter, ausgereifter Technik. Die Gasheizung ist seit Jahrzehnten besonders verbreitet und viel genutzt: In der Anschaffung, im Betrieb und in der Wartung ist sie sehr kostengünstig und unkompliziert zu handhaben. In Deutschland ist sie die meist verbaute Heizungsart in Wohngebäuden. Außerdem ist ihr CO2-Ausstoß geringer als bei Öl. Moderne Heizungsanlagen werden mit der Brennwerttechnik kombiniert: Sie nutzen auch die Wärme aus den Verbrennungsabgasen. Dadurch erzielen Gas-Brennwertheizungen Wirkungsgrade von bis zu 98 Prozent. Im Gegensatz zur Ölheizung ist die Gasheizung besonders platzsparend, da sie keinen Lagerraum benötigt: Das Gas wird direkt über einen Anschluss bezogen. Dementsprechend entfällt auch die finanzielle Vorleistung für die Energieträger. Allerdings muss ein Gasanschluss vorhanden sein oder die Möglichkeit bestehen, diesen zu verlegen. Wer umweltfreundliche1 Heizungen bevorzugt, kann Bio-Gas beziehen und die Gas-Brennwertheizung mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie kombinieren: Die Hybridheizung verbindet die Klimafreundlichkeit1erneuerbarer Energien mit der Zuverlässigkeit ausgereifter Heiztechnik.

Heizungsarten im Kostencheck

Ein wichtiger Punkt bei der Betrachtung von Heizungssystemen sind die Kosten. Gasheizungen liegen etwa in den Punkten Anschaffung und Verbrauch vorn. Beachten Sie aber, dass der tatsächliche Verbrauch nicht nur von der Leistungsfähigkeit der Heizung abhängt, sondern auch in weiten Teilen von der energetischen Klasse des Hauses und des eigenen Verbrauchsverhaltens. Detaillierte Kostenübersichten der verschiedenen Heizungsarten finden Sie in diesem Artikel. Umweltschonende1 Heizungsanlagen können zudem gefördert werden: Welche Voraussetzungen für eine KfW- oder BAFA-Förderung erfüllt sein müssen, erklären wir Ihnen hier. Und wenn Sie eine neue Heizung lieber mieten möchten, während sich ein Anbieter um Installation, Kosten, Risiken und Reparaturen kümmert, dann schauen Sie sich am besten auf dieser Seite rund ums Thema Wärme-Contracting um.

Tipp: Denken Sie bei Investitionen in die Heizungsanlage immer daran, dass sie sich doppelt lohnen können – denn moderne Heizsysteme steigern den Wert Ihres Hauses.

Heizungsarten im Neubau:
GEG ersetzt EEWärmeG und EnEV

Bei der Wahl der Heizungsanlage für Neubauten müssen Sie darüber hinaus noch einige Gesetze beachten. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen Heizungen in Neubauten in bestimmten Anteilen regenerative Energieträger nutzen. Das bedeutet: Die reine Nutzung einer Gasheizung ist nicht zulässig. Am besten wird dann eine Gas-Brennwertheizung mit Solartechnik verbunden.

Seit dem 1. November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es gilt für alle Gebäude, für die ab diesem Datum ein Bauantrag gestellt wurde oder wird. Damit sind die bisherigen Regelungen, also das EnEG (Energieeinsparungsgesetz), die EnEV (Energieeinsparverordnung) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), außer Kraft gesetzt. Das GEG fügt EnEV, EnEG und EEWärmeG zusammen.

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) wurden Standards für Neubauten festgehalten, die weitestgehend in das GEG übernommen wurden. Darüber hinaus werden Sanierungen bestehender Immobilien geregelt. Die Verordnung gilt für Wohngebäude wie für Nichtwohngebäude gleichermaßen, wobei sich die Bestimmungen unterscheiden. Vorrangig wurden mit der EnEV Regeln zur Wärmedämmung aufgestellt. Darunter fallen auch Vorschriften zu Heiztechnik und Klimatechnik. Wichtig für den Primärenergiebedarf ist neben der Heizungsart die Dämmung des Gebäudes. Mehr zur EnEV und den Vorgaben, die in weiten Teilen noch gültig sind, erfahren Sie hier.

Heizungssysteme im Vergleich

Die Wahl der richtigen Heizungsanlage kann überfordernd wirken, weswegen wir hier die Vorteile und die Nachteile der unterschiedlichen Heizungsarten für Sie aufgelistet haben. Dazu bewerten wir die Heizkosten – aufgeteilt in Anschaffungskosten (AK) und Betriebskosten (B) – und vermerken etwaige Besonderheiten. Insgesamt aber ist die Wahl des richtigen Heizungssystems immer abhängig vom jeweiligen Gebäude, von dem energetischen Zustand, den persönlichen Vorlieben und finanziellen Möglichkeiten sowie dem eigenen Heizverhalten. Die folgende Übersicht der Vor- und Nachteile hilft Ihnen aber mit Sicherheit bei der Orientierung:

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Weitere Details finden Sie dazu auf www.ewe.de/klimafreundlich