Ratgeber: Heizung im Neubau

01.11.2021
  15 Minuten
Autor: EWE ZuhauseWärme-Redaktion

Heizung für den Neubau

Für Neubauten gelten besondere Vorschriften in Bezug auf die Energieeffizienz. Dafür sind Bauherren bei der Auswahl Ihrer Heizungsanlage besonders flexibel, da es bei Neubauten weniger bauliche Einschränkungen gibt. Welche Heizungen möglich sind, welche Kosten auf Sie zukommen und worauf Sie bei KfW-Effizienzhäusern achten müssen, erfahren Sie hier.

Heizungen im Neubau – darauf kommt es an

Die Wahl des Heizsystems wirkt sich auf die gesamte Planung eines Neubaus aus: Zum Beispiel erfordert eine Gasheizung die Anbindung an das öffentliche Gasnetz oder einen Flüssiggastank, während Sie für eine Pelletheizung genug Platz für das Brennstofflager benötigen. Wer eine Wärmepumpe nutzen will, muss hingegen eventuelle Erdbohrungen bedenken. Auch die Ausrichtung des Gebäudes und die Dachneigung spielen eine Rolle, wenn Solarkollektoren verlegt werden sollen.

Diese Heizungen stehen im Neubau zur Verfügung

Für die Heizung im Neubau stehen verschiedene Systeme zur Wahl. Je nach Gebäudeeigenschaften eignen sich manche Heizsysteme allerdings besser als andere.

Heizen im Neubau – gesetzliche Anforderungen im Überblick

Am 1. November 2020 ist das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft getreten. Es gilt für alle Gebäude, für die seither ein Bauantrag gestellt wurde oder in Zukunft noch gestellt wird. Das Gesetz tritt an die Stelle des bisherigen EnEG (Energieeinsparungsgesetz), der EnEV (Energieeinsparverordnung) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG). Es fungiert damit als ein umfassendes Regelwerk für Sanierung und Neubau. Das GEG regelt Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Erstellung und Verwendung von Energieausweisen.

Die Anforderungen von EnEG, EnEV und EEWärmeG finden sich im GEG weitestgehend unverändert wieder. Vermutungen, das GEG enthalte deutlich strengere Vorgaben, haben sich vorerst nicht bewahrheitet. Im Jahr 2023 ist jedoch eine Überprüfung der Gebäudestandards vorgesehen, auf deren Grundlage eine mögliche Verschärfung der Anforderungen beschlossen werden könnte (§ 9 GEG). Für welche Bauvorhaben noch die Vorschriften nach EnEV und EEWärmeG gelten, regelt das GEG in § 111: Allgemeine Übergangsvorschriften.

Hinweis: Die für Neubauten relevanten, rechtlichen Vorgaben ändern sich mitunter sehr schnell, weshalb wir sie hier nicht vollumfassend darstellen können. Vor Baubeginn sollten Sie daher immer die Einschätzung von Experten zu aktuellen Entwicklungen und Vorgaben einholen.

Das GEG fordert – wie zuvor schon die EnEV – eine hohe Energieeffizienz. Welches Heizsystem Sie nutzen, bleibt dabei weitestgehend Ihnen überlassen. Allerdings darf der Jahresprimärenergiebedarf eines Neubaus höchstens 75 Prozent des Energiebedarfs betragen, den ein in Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung vergleichbares Referenzgebäude mit den technischen Werten nach Anlage 1 GEG aufweist1 Um den Auflagen der GEG zu genügen, sind verschiedene Herangehensweisen denkbar. Meist ermöglicht eine Kombination der folgenden Methoden ein GEG-konformes Haus:

  • Reduzierung des Primärenergiebedarfs durch hohen Anteil regenerativer Energien

oder

  • Reduzierung des Energiebedarfs durch hohen Dämmstandard oder hohe Anlageneffizienz

Mehr zu den Vorgaben der EnEV erfahren Sie in unserem Ratgeber Wissenswertes zur EnEV. Die Vorgaben des EnEV wurden in weiten Teilen ins GEG übernommen und bieten noch immer eine gute Orientierung. Bevor Sie eine Entscheidung im Hinblick auf Ihr zukünftiges Heizsystem treffen, sollten Sie unbedingt Fachleute hinzuziehen.

Über die Vorgaben zum Primärenergiebedarf hinaus muss der Wärme- und Kälteenergiebedarf von Neubauten zumindest anteilig mit regenerativen Energien gedeckt werden.2 Reine Gas- oder Ölheizungen sind deshalb nicht gestattet. Werden die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 15 Prozent unterschritten, können erneuerbare Energien dieses Defizit kompensieren.

Welche Heizung im Neubau 2021?

Grundsätzlich kommen die klassischen Heizsysteme als Heizung im Neubau infrage. Dabei gibt es unterschiedliche Punkte zu beachten. Im Folgenden fassen wir verschiedene Heizsysteme, ihre Vor- und Nachteile für Sie zusammen.

Ölheizung im Neubau

Auch wenn die Ölheizung zunächst altmodisch klingt: Ausgestattet mit einem Brennwertgerät kann das System durchaus auch im Neubau gute Leistung bringen. Ist Ihr Grundstück an kein Gasnetz angeschlossen, bietet die Ölheizung hier eine Alternative. Dank moderner Brennwerttechnik ist auch ihr Brennstoffverbrauch reduziert. Wer auf eine Ölheizung setzen möchte, kann das gemäß GEG nur in Kombination mit einem regenerativen Heizsystem tun. Wärmeenergie aus Wärmepumpe oder Solarthermie senken den Energieverbrauch der Ölheizung und entsprechen den gesetzlichen Vorgaben. Allerdings weist die Ölheizung nach wie vor den größten Schadstoffausstoß unter den Heizsystemen auf.

Seit 2021 wird auch im Wärme-Bereich ein CO2-Preis erhoben. Während eine Tonne CO2 2021 noch 25 Euro kostet, wird der Preis bis 2025 schrittweise auf 55 Euro angehoben. Weil bei der Verbrennung von Öl mehr CO2 ausgestoßen wird als bei der Verbrennung von Gas, steigen die Ölpreise also stärker an.

Wärmepumpen – Umweltwärme im Gebäude nutzen

Mit einer Wärmepumpe nutzen Sie Umgebungswärme für die Warmwasseraufbereitung. Man unterscheidet die üblichen Systeme grob in Erdwärmepumpen, Luftwärmepumpen und Sole-/Grundwasserwärmepumpen. Zwar zählt die Wärmepumpe zu den regenerativen Heizsystemen, allerdings benötigt üblicherweise Strom, um zu funktionieren. Je niedriger die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe ausfällt und je kälter es draußen ist (vor allem für Luftwärmepumpen relevant), desto mehr Antriebsenergie (meist Strom) benötigt die Wärmepumpe. Gerade ältere Häuser benötigen relativ viel Wärme auf einem höheren Temperaturniveau.

Auf diese Weise kann eine Wärmepumpe schnell einiges an ihrer eigentlichen Umweltfreundlichkeit verlieren: Denn bei hohem Stromverbrauch steigt nicht nur die Stromabrechnung: Auch unter ökologischen Aspekten sollte der Verbrauch kritisch betrachtet werden. Schließlich besteht der Strommix in Deutschland immer noch nicht vollständig aus regenerativen Quellen. Besonders umweltfreundlich agiert hier, wer zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen selbst sauberen Strom erzeugt oder hundertprozentigen Ökostrom von seinem Stromanbieter bezieht. Mehr über umweltfreundliche Heizsysteme erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Behält man den eventuellen Eigenbedarf im Hinterkopf, sind Wärmepumpen nach wie vor eine gute Alternative, wenn auch keine Pauschallösung. Je nach Einsatzort können sie mehr oder weniger umweltfreundlich sein. Deshalb ist es auch hier besonders wichtig, mit Fachleuten zu planen! Die Experten schauen sich Ihren Energiebedarf sowie die Standortverhältnisse an und beurteilen, inwiefern sich eine Wärmepumpe lohnt – umwelttechnisch wie finanziell. Holen Sie sich am besten verschiedene Fachmeinungen ein. So sind Sie auf der sicheren Seite, dass sich die Investition auch wirklich lohnt.

Wir fassen zusammen: Ist die Wärmepumpe die optimale Heizung für Neubauten? Welches System als optimal gelten kann, hängt immer von den individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen ab. Im Neubau lässt sich eine Wärmepumpe allerdings optimal einplanen – anders als im Gebäudebestand, wo die Umgebungsverhältnisse meist bereits feststehen. Entscheidend sind außerdem der Dämmstandard und die Art des Wärmepumpensystems. Für alle Einsatzzwecke, in denen der alleinige Wärmepumpenbetrieb nicht ausreicht, können Hybridsysteme zum Einsatz kommen. Hierbei ergänzt eine weitere Heizungsart die Wärmepumpe, sobald sie nicht genügend Energie bereitstellt.

Pelletheizungen – günstigen Brennstoffe

Pelletheizungen gehören zu den modernen Holzheizungen. Anders als herkömmliche Scheitholz-Öfen kommen Pelletheizungen ohne Nachlegen von Holz aus, was ihren Betrieb stark vereinfacht. Um den Brennkessel gleichmäßig mit Brennstoff zu versorgen, benötigen Sie ausreichend Platz für das Pelletlager sowie für ein Saug- oder Fördersystem. Für den restlosen Abzug von Kohlenmonoxid (CO) sorgt wiederum ein wirksames Lüftungssystem. Denn bei der Lagerung der Pellets wird durch den normalen Zersetzungsvorgang des Holzes bereits CO2 freigesetzt.

Auch in puncto Nachhaltigkeit haben Pelletheizungen ein großes Potenzial, sofern Sie auf die Herkunft der Pellets achten. Bei der Verbrennung von Holz wird genau die Menge an CO2 freigesetzt, die die Bäume zuvor gebunden haben. Damit gilt das Verbrennen von Holz als CO2-neutral. Allerdings kommen bei Pellets noch Faktoren wie Herstellung und Transport hinzu. Stammt der Brennstoff aus nachhaltigem Anbau, sind Pelletheizungen eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Heizsystemen.

(Mikro-)BHKW: Heizung und Strom in einem System

Blockheizkraftwerke arbeiten mit unterschiedlichen Energieträgern. Sie wandeln Gas, Öl oder Holz in Wärme und Strom um. Darum wird das Prinzip auch als Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet. Bei klassischen, nicht-gekoppelten Systemen werden nur rund 40 Prozent der eingesetzten Energie gehalten.3 Hinzu kommen weitere Stromverluste durch den Transport: Hier gehen etwa 3 bis 6 Prozent der erzeugten Energie verloren. Ein Blockheizkraftwerk arbeitet effizienter, indem es auch die entstehende Abwärme nutzt. Der Strom wird verbrauchsnah produziert, und zwar direkt bei Ihnen. So vermeiden Sie Stromverluste im Zuge des Transports. Bis zu 95 Prozent der erzeugten Energie werden so direkt nutzbar4 – in Form von Wärme und Strom.

Mikro-Blockheizkraftwerke sind speziell für den Einsatz in Einfamilienhäusern konzipiert und versorgen in der Regel einzelne Gebäude. Bei kleineren Anlagen unter 2,5 kW sprechen wir von Nano-Blockheizkraftwerken. Ob sich ein Nano- oder Mikro-Blockheizkraftwerk für Sie finanziell lohnt, lassen Sie am besten von Experten prüfen. Damit sich nämlich ein Blockheizkraftwerk rentiert, muss ein ganzjähriger Wärmebedarf bestehen. Man spricht auch von einer „wärmegeführten Betriebsweise“. Ohne Wärmebedarf steht die Anlage still.

Wichtig: Vor 2021 konnten Käuferinnen und Käufer noch Zuschüsse für Mini-Kraft-Wärme-Kopplungen bis 29 kWel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Diese Fördermöglichkeit steht seither nicht mehr zur Verfügung.5

Gas-Brennwertheizung – ein solides System

Gasheizungen arbeiten mit erprobter und bewährter Technik. Moderne Anlagen erzielen dank Brennwerttechnik Nutzungsgrade von bis zu 98 Prozent. Es werden also 98 Prozent des zugeführten Brennstoffs tatsächlich in Energie umgesetzt – ein beeindruckend hoher Wert. Damit ist die Gas-Brennwertheizung nicht nur zuverlässig, sondern auch ressourcensparend.

In Kombination mit regenerativen Heizsystemen passt die Gas-Brennwertheizung ideal in den Neubau: Zum Beispiel unterstützt die Anlage bei Bedarf auch Solarthermie-Anlagen oder Wärmepumpen – etwa, wenn die Solarkollektoren ohne Sonnenlicht nicht ausreichend Wärme erzeugen oder die Wärmepumpe alleine nicht ausreicht. In diesem Fall springt die Brennwertheizung ein. Sie arbeitet also nur, wenn sie benötigt wird, und das besonders effizient. Wer als Brennstoff für die Gasheizung außerdem Biogas (Biomethan) wählt, erhält eine ideale Mischung aus umweltfreundlicher und sicherer Wärmeversorgung.

Welche Heizung ist die beste für ein Einfamilienhaus?

Wer auf fossile Energieträger setzt, erhält mit Brennwerttechnik die effizientesten Systeme. Brennwertanlagen zeichnen sich durch enorme Wirkungsgrade aus, da sie auch aus der Abwärme Energie gewinnen. Gegenüber klassischer Heizwerttechnik sparen Sie so Ressourcen und Kosten. Üblicherweise lassen sich die Anlagen zudem problemlos einbauen.

Hybridheizungen lassen sich mit anderen Heizsystemen kombinieren, so zum Beispiel Gasbrennwertheizungen mit einer Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe. Das ist besonders bei Einfamilienhäusern sinnvoll, wenn Wärmepumpe oder Solaranlage den Bedarf nicht komplett decken können. In diesen Phasen springt die zweite Energiequelle ein. So machen Sie sich von einem Energieträger unabhängig und können trotzdem vergleichsweise umweltfreundlich heizen.

Welche Art von Heizungsanlage für Ihr Gebäude insgesamt die richtige ist, hängt also von mehreren Faktoren ab: Ist ein Gasanschluss verfügbar? Eignet sich das Gebäude für eine Wärmepumpe? Kommt das Dach beziehungsweise seine Ausrichtung für Solarthermie infrage? Der energetische Zustand des Hauses ist ebenso relevant wie gesetzliche Vorschriften. Hinzu kommen individuelle Aspekte wie der persönliche Energie- und Warmwasserbedarf sowie der verfügbare Platz: Holz- und Ölheizungen beanspruchen verhältnismäßig viel Platz für die Lagerung der Energieträger.

Effizienzhaus-Standards: Förderung für energieeffizientes Wohnen

Energieeffizienz wird staatlich gefördert. Seit Juli 2021 vereint die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Auch wenn die BEG die Programme neu strukturiert hat, bleiben KfW und BAFA weiterhin Träger der staatlichen Förderung.

Die BEG unterstützt den Bau energieeffizienter Gebäude sowie die Sanierung und den Umbau von Bestandsgebäuden. Der Förderbetrag hängt dabei von der Höhe des Effizienzhaus-Standards ab. Dabei entspricht ein Effizienzhaus 100 den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG-Referenzgebäude). Der jeweilige Standard ergibt sich aus baulichen und technischen Maßnahmen, vor allem Dämmung, Lüftung und Heizung spielen dabei eine Rolle. Die Förderung nach Effizienzhaus-Standards soll dazu anregen, Gebäude auch über die rechtlichen Vorgaben hinaus energieeffizient zu gestalten. Neubauten, die lediglich den Mindeststandard nach GEG erfüllen, werden demnach nicht gefördert.

Der Effizienzhaus-Standard dient der Orientierung: Je höher der Standard, desto weniger Energie verbraucht das Gebäude. Die Zahlen geben die Energieeffizienz wieder: Sie beschreiben den höchsten erlaubten Jahresprimärenergiebedarf im Vergleich zum Referenzhaus. Das bedeutet: Ein Effizienzhaus 55 verbraucht nur 55 Prozent der Energie, die ein Referenzgebäude (also das Standardhaus nach BEG) benötigt. Moderne technische Standards sorgen dafür, dass Neubauten diesen Effizienzgrad in der Regel erreichen – vorgeschrieben sind mindestens 75 Prozent. Um sich höhere Förderungen zu sichern, müssen Sie als Bauherr allerdings das Mindestmaß überschreiten.

 

Die folgenden Effizienzhaus-Niveaus kommen bei Neubauten zum Tragen.6 Beachten Sie, dass die Einstufung Effizienzhaus 70 seit 2021 nur noch für Altbauten relevant ist!

  • 40, 40+
  • 55, 55 EE, 55 NH

Effizienzhaus 40 und 40+

Ein Effizienzhaus 40 darf nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs und 55 Prozent des Transmissionswärmeverlustes aufweisen, die beim Effizienzhaus 100 zu beobachten wären. Der Primärenergiebedarf bezieht neben dem Eigenbedarf auch Verluste mit ein, die bei vorgelagerten Prozessen entstehen – zum Beispiel bei Förderung, Aufbereitung und Transport des Energieträgers. Transmissionswärmeverlust meint den Wärmeverlust über die Hüllflächen des Gebäudes. Ausschlaggebend für den Wert sind die Art der Konstruktion sowie der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) der einzelnen Gebäudeteile.

Darüber hinaus gibt es weitere Anforderungen: So darf Heizöl nicht die Basis der Wärmeerzeugung sein. Das gilt auch im Fall von Hybridlösungen. Zudem braucht das Effizienzhaus 40 einen hydraulischen Abgleich sowie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle muss bestimmt werden.

Ein Neubau nach Standard 40+ wird mit zusätzlicher Haustechnik ausgestattet. Sie zielt darauf ab, selbst Strom zu erzeugen und diesen auch unmittelbar im Haus zu nutzen. Meist kommt zu diesem Zweck eine Photovoltaik-Anlage zum Einsatz.

Effizienzhaus 55, 55 EE und 55 NH

Analog zum Effizienzhaus 40 verhält es sich beim Effizienzhaus 55: Es benötigt nur 55 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes, während der Transmissionswärmeverlust bei nur 70 Prozent liegt. Beim Effizienzhaus 55 gibt es zudem zwei mögliche Sonderformen: das Effizienzhaus EE und das Effizienzhaus NH.

In die Gruppe 55 EE fallen Gebäude, bei denen erneuerbare Energien mindestens 55 Prozent des Energiebedarfs abdecken. Die Art der Wärmeerzeugung ist dabei nicht vorgeschrieben. Möglich sind Solar- oder Geothermie, die Nutzung von Umweltwärme oder auch das Verfeuern von Biomasse. Für die Wärmeerzeugung können Sie zudem auf selbsterzeugten Strom aus erneuerbaren Energien zurückgreifen.

Die Einstufung als NH-Klasse benötigt wiederum ein Nachhaltigkeitszertifikat: Eine Zertifizierungsstelle muss bestätigen, dass das Gebäude die Anforderungen für das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) erfüllt.

Welche Heizung punktet bei der Umweltfreundlichkeit?

Als besonders umweltfreundlich gelten Solaranlagen. Allerdings lässt sich Solarthermie in unseren Breiten kaum als alleinige Energiequelle nutzen: Die Anlagen erzeugen eine begrenzte Energiemenge und gerade im Winter reichen sie häufig nicht aus. Ähnliches kann für Wärmepumpen in älteren Häusern gelten.

Hybridheizungen setzen genau bei dieser Problematik an, indem sie moderne Technik und erneuerbare Energien miteinander verbinden. Wenn Solarthermie oder Wärmepumpe nicht ausreichend Energie bereitstellen, springt zum Beispiel eine Gas-Brennwertheizung ein. Brennwertheizungen arbeiten deutlich effizienter als herkömmliche Heizwertanlagen und mindern so die Emissionswerte. Insofern stellen sie einen Kompromiss zwischen erneuerbaren Energien und stabiler Energieversorgung dar.

Was kostet eine neue Heizung im Neubau?

Mit welchen Anschaffungs- und Betriebskosten Sie je Heizsystem rechnen sollten, haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Bei den angegebenen Kosten handelt es sich um Durchschnittswerte: Je nach Energieeffizienz Ihres Neubaus fallen die Kosten unter Umständen deutlich geringer aus – schließlich sinkt der Energiebedarf vor allem bei effizient gedämmten Häusern stark.

 

 

Anschaffungskosten (einmalig)

Energiekosten (jährlich)

Kosten je Wartung

Pelletheizung

17.000 € bis 25.000 €

1.188 €

150 € bis 280 €

Wärmepumpe

12.000 € bis 24.000 €

400 € bis 800 €*

150 €

Ölheizung

7.000 € bis 9.000 €

1.656 €

150 € bis 250 €

Gasheizung

6.000 € bis 9.000 €

1.423 €

90 € bis 150 €

*Bei speziellem Wärmepumpentarif

 

Bei Erdwärmepumpen kommen zu den recht niedrigen Anschaffungskosten von 12.000 bis 15.000 Euro noch bis zu 20.000 Euro Erschließungskosten hinzu. Die Kosten können je nach Art der Wärmepumpe stark variieren.

Tipp: Den zur obigen Tabelle gehörenden, ausführlichen Kostenvergleich der unterschiedlichen Heizsysteme finden Sie in unserem Ratgeber Neue Heizung: Welche Kosten kommen auf Sie zu? Darin betrachten wir die durchschnittlichen Anschaffungs- und Betriebskosten eines Einfamilienhauses genauer. Da der tatsächliche Verbrauch je nach Effizienzhaus-Standard schwankt, sollten Sie sich für die Kostenplanung eine Expertenmeinung einholen. Fachleute stehen Ihnen mit umfassender Analyse und Planung zur Seite und geben Ihnen einen realistischen Überblick über Aufwand und die anfallenden Kosten.

Neben der Bundesförderung gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Dazu gehört etwa das Wärmecontracting, über das wir in unserem Ratgeber informieren. Beim Wärmecontracting kaufen Sie keine eigene Anlage, sondern beauftragen einen Contractor mit der Beschaffung und Installation eines geeigneten Heizsystems. Der Contracting-Partner kümmert sich außerdem um andere organisatorische Aspekte wie Wartung und Reparatur. Mit dem Wärmecontracting entfallen größere Anschaffungskosten, auch kurzfristige Reparaturen stellen Sie vor keine finanziellen Herausforderungen. So können Sie zum Beispiel als Kunde von EWE ZuhauseWärme monatlich mit einem fixen Betrag kalkulieren – ohne Überraschungen.

FAQ zur Heizung im Neubau

Welche Heizung ist 2021 für den Neubau am besten?

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Welche Heizung eignet sich für einen Neubau als Effizienzhaus 55?

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Welche Heizung eignet sich für einen Neubau als Effizienzhaus 40?

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