Wärme+ Ratgeber: umweltfreundlich heizen

Umweltfreundlich heizen

Autor: 
EWE Wärme+ Redaktion
24.11.2021

Umweltfreundlich heizen mit diesen Brennstoffen

Nachhaltiges Leben fängt zu Hause an. Eine gute Möglichkeit, mit dem eigenen Verhalten das Klima zu schützen, bietet die eigene Heizung: Die in Deutschland immer noch weitverbreitete Ölheizung etwa macht mit Abstand den größten Anteil des CO2-Ausstoßes im Haushalt aus. Darum vergleichen wir in diesem Artikel gängige Heizsysteme und geben Tipps für ein umweltfreundlicheres Heizen.

Welche ist die beste Art zu Heizen?

Die Frage nach der besten Heizung lässt sich kaum pauschal beantworten, spielen doch viele Faktoren dabei eine Rolle. In diesem Artikel widmen wir uns vollkommen dem Aspekt der Umweltverträglichkeit. Unterschiedliche Heizungsarten haben wir Ihnen bereits im verlinkten Artikel vorgestellt, ebenso Infos zu den Heizkosten. Wenn Sie sich noch weiter über das Thema Nachhaltigkeit informieren möchten, schauen Sie sich auch unsere Beiträge zur EnEV (heute überführt in die Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG), Wärmedämmung und zur Förderung von Heizungen an.

Was macht umweltfreundliches Heizen aus?

Umweltfreundliche Heizsysteme stoßen je nach Heizsystem weniger bis keinen Feinstaub aus und verursachen wesentlich weniger CO2-Emissionen. CO2 reichert sich in der Atmosphäre an und sorgt für einen Anstieg der weltweiten Temperaturen. Feinstaub dagegen wirkt im menschlichen Körper: Er dringt über die Atemwege ein und kann neben Reizungen und Entzündungen auch Krankheiten auslösen. Darüber hinaus hängt umweltfreundliches Heizen auch mit der Art der verwendeten Rohstoffe zusammen.

Ein weiteres Merkmal von umweltfreundlichen Heizungsanlagen ist ihre Effizienz. Nur eine Heizung, welche die in Rohstoffen enthaltene Energie möglichst vollständig nutzt, kann optimal heizen. Wie effizient ein Energieträger in Wärme umgewandelt wird, drückt der Wirkungsgrad aus. Dieser wird bei Brennwertnutzung nochmals erhöht. Veraltete Kessel durch moderne Brennwertsysteme zu ersetzen, sorgt für höhere Effizienz: Bis zu 30 Prozent Emissionen können Sie so einsparen! Denn ein modernes Brennwertsystem nutzt auch die Kondensationswärme der Abgase und benötigt somit weniger Brennstoff. Damit entlasten Sie die Umwelt mehrfach: Sie sparen Ressourcen und verringern den Schadstoffausstoß.

Tipp: Nachhaltiges Heizen braucht nicht nur umweltfreundliche Heizsysteme, sondern auch korrekt gedämmte Gebäude. Mehr Infos dazu finden Sie in unserem Beitrag „Wärmedämmung Haus: So sparen Sie Heizkosten“.

Welche Heizung ist umweltfreundlich?

Wie umweltfreundlich Heizsysteme sind, hängt von mehreren Faktoren ab: Neben den verwendeten Ressourcen spielen auch die Effizienz und die richtige Dimensionierung der Heizungsanlage eine wichtige Rolle, außerdem der Zustand der Dämmung des Hauses sowie das Heizverhalten der Bewohner.

Tipp: Für regenerative Heizungsarten gibt es verschiedene Förderprogramme, die die Anschaffung beziehungsweise Modernisierung zusätzlich attraktiver machen.

Gas oder Öl: Was ist umweltfreundlicher?

Besonders verbreitet sind in Deutschland noch immer vor allem Öl- und Gasheizungen. Doch ein großer Teil der aktuell verwendeten Heizungsanlagen ist veraltet. Daher schauen wir uns diese zuerst an.

Ölheizungen setzen nicht nur auf fossile Brennstoffe, sie sind auch nicht besonders effizient: Mit einem Wirkungsgrad von rund 70 Prozent bilden herkömmliche Ölheizungen das Schlusslicht in puncto Effizienz. Wer bei der Ölheizung bleiben will, sollte daher unbedingt eine Modernisierung der Heizanlage vornehmen. Allerdings ist ab 2026 die alleinige Neuinstallation einer Ölheizung verboten – ab dann sind nur noch Sonderfälle und Kombinationen mit einer regenerativen Unterstützung möglich. Die Brennwerttechnik sorgt für die effizienteste Nutzung, die mit dem Brennstoff Heizöl möglich ist. In Kombination, beispielsweise mit einer Solarthermieanlage, kann im Sommer auf die Ölheizung verzichtet werden, was weitere Ressourcen einspart.

Die umweltfreundlichere Alternative im Bereich der fossilen Brennstoffe heißt Erdgas: Im Vergleich zu Öl verbrennt Erdgas sauberer, sodass weniger Schadstoffe in die Luft und Umwelt gelangen – und weniger Schmutz in die Heizung. Moderne Gasheizungen sind zudem ebenfalls mit ausgereifter Brennwerttechnik und den entsprechend hohen Wirkungsgraden ausgestattet, was die Energieausbeute erhöht. So wird der Energiegehalt des Erdgases optimal genutzt.

Darüber hinaus ist die Technik seit Jahren erprobt und ausgereift. Gasheizungen laufen besonders lang, verschmutzen weniger und sind kaum störanfällig. Sie müssen also selten repariert oder ausgetauscht werden. Zudem sind Gasheizungen noch über das Jahr 2026 hinaus auch ohne regenerative Heizungsunterstützung bei Neuinstallationen erlaubt. Ob man im Hinblick auf den Klimaschutz allerdings auf eine regenerative Heizungsunterstützung verzichten möchte, bleibt den Käufern selbst überlassen.

Gasheizungen lassen sich problemlos mit Techniken kombinieren, die auf regenerative Energien setzen: Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und moderne Holzfeuerungen etwa sind die ideale Ergänzung zur Gasheizung und reduzieren die Emissionen weiter. Während das Heizen ausschließlich mit Wärmepumpen und Solarthermieanlagen in unseren Breiten bisweilen schwierig umzusetzen ist, bieten sie in Kombination mit Gasheizungen eine sichere Alternative.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile der Ölheizung im Überblick

✓ Hoher Wirkungsgrad (mit moderner Brennwerttechnik).

✓ Kombination mit regenerativen Heizsystemen kann klimafreundlicheres Heizen bei Bedarf unterstützen.

✘ Fossiler Brennstoff.

✘ Alte Ölheizungsanlagen arbeiten sehr ineffizient.

✘ Derzeit das klimaschädlichste Heizsystem, hoher CO2-Ausstoß.

✘ Keine Förderung mehr: Ab 2026 ist die Neuinstallation ohne regenerativen Anteil nur noch in Sonderfällen erlaubt.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile der Gasheizung im Überblick

✘ Zwar weniger CO2-Emissionen als Erdöl, aber fossiler Brennstoff.

✓ Biomethan aus Biogas kann Erdgas problemlos ersetzen.

✓ Spart Transportwege durch Gasleitungen.

✓ Nutzt bewährte, ausgereifte und wenig störanfällige Technik.

✓ Verbrennt sauberer als Erdöl, daher besser für Heizung und Umwelt.

✓ Verbreitete Brennwerttechnik mit hohem Wirkungsgrad minimiert Emissionen und Ressourcen.

✓ In Kombination mit regenerativen Heizsystemen und/oder Biomethan aus Biogas kann eine Brennwertheizung klimafreundlicheres Heizen im Bedarfsfall unterstützen.

✓ 20 % Förderung für Hybridheizungen („renewable ready“) über die BEG möglich.

Blockheizkraftwerk

Es gibt eine Reihe von modernen Erdgasheizungen, die auch mit Biogas, beziehungsweise Methan betrieben werden können. In Zukunft kommt außerdem auch Wasserstoff als Heizmittel infrage. Eines dieser besonders effizienten Systeme ist das Blockheizkraftwerk (BHKW). Es verbrennt je nach Anlagentyp Gas, Öl oder Holz. Das BHKW funktioniert ähnlich wie ein Fahrzeugmotor: Die Kraft aus der Drehbewegung des Motors wird auf einen Generator übertragen, der Strom erzeugt. Bei der Verbrennung entsteht Abwärme, die für die Heizung und Warmwasserbereitung genutzt wird.

Blockheizkraftwerke erreichen enorme Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent bei gleichzeitiger Strom- und Wärmeerzeugung. Im Einfamilienhaus lohnt sich ein BHKW allerdings nur begrenzt: Hier produziert das Kraftwerk nur Strom, wenn auch Wärme benötigt wird. Gerade im Sommer ist das oft nicht der Fall. Deshalb lohnt es sich auch weniger, das Blockheizkraftwerk mit einer Solarthermieanlage zu kombinieren, da diese den Wärmebedarf senkt.

Um auch in kalten Perioden genügend Wärme zu produzieren, wird ein Spitzenlastkessel benötigt. Im Einfamilienhaus kommen sogenannte Nano-BHKW mit einer elektrischen Leistung bis zu 2,5 kW zum Einsatz. Hier gilt ähnlich wie bei Brennstoffzellen: Je mehr Strom beziehungsweise Wärme gleichmäßig im eigenen Haushalt genutzt wird, desto eher rechnet sich ein Nano-BHKW. Förderungen von KfW und BAFA (heute BEG) erhöhen die Wirtschaftlichkeit noch weiter.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile des Blockheizkraftwerks im Überblick

✓ Hohe Wirkungsgrade.

✓ Verbrennt je nach Anlagentyp Gas, Öl oder Holz.

✓ Nutzt entstehende Abwärme zur Warmwasserbereitung und zum Heizen.

✘ Kombination mit Solarthermie lohnt sich weniger.

✘ Produziert nur Strom, wenn auch Wärme benötigt wird.

✘ Relativ hohe technische Anforderungen und Anlagenkosten.

Brennstoffzellenheizung

Brennstoffzellen nutzen die „kalte Verbrennung“ zur Wärme- und Stromerzeugung: Der im Erdgas enthaltene Wasserstoff reagiert mit zugeführtem Sauerstoff. Die Verbrennungsreaktion wird in der Brennstoffzelle durch eine räumliche Trennung verlangsamt. Durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff entstehen Strom, Wasser und Wärme. Der entstandene Gleichstrom wird in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt, während die Wärme des Wassers über einen Wärmetauscher zur Trinkwassererwärmung oder Raumheizung genutzt wird.

Brennstoffzellen arbeiten mit einem hohen Wirkungsgrad und äußerst schadstoffarm. Der im Erdgas vorhandene Kohlenstoff reagiert jedoch auch hier mit der „Verbrennungsluft“ zu CO2, welches dann als Abgas durch den Schornstein nach außen geführt wird. Im Fall von Wasserstoff, der in Zukunft wohl ebenfalls als nutzbarer Brennstoff zur Verfügung steht, wäre dies nicht der Fall, da er keinen Kohlenstoff enthält.

Brennstoffzellen sind technisch äußerst komplex, was sich in relativ hohen Anschaffungskosten niederschlägt. Je mehr Strom beziehungsweise Wärme gleichmäßig im eigenen Haushalt genutzt wird, desto eher rechnet sich eine Brennstoffzelle. Förderungen von KfW und BAFA im Rahmen der BEG erhöhen die Wirtschaftlichkeit weiterhin.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile der Brennstoffzelle im Überblick

✓ Hoher Wirkungsgrad.

✓ Schadstoffarm bzw. -frei bei Wasserstoff-Nutzung.

✘ Hohe technische Anforderungen.

✘ Zurzeit noch recht hohe Anschaffungskosten.

Holzheizung: CO2-neutral = umweltfreundlich?

Auch Holzheizungen gehören zu den regenerativen Heizsystemen. Wird Holz verbrannt, setzt dies genau die Menge an CO2 frei, die die Bäume zuvor in ihrer Wachstumsphase gebunden haben. Moderne Holzfeuerungen verfügen zudem über eine automatische Zuführung. Sie sorgt dafür, dass die Holzpellets automatisch zugeführt werden und nahezu vollständig verbrennen – mit wesentlich weniger Rückständen als bisher üblich. Der Brennstoff Holz ist nachwachsend und regional verfügbar. Pellets werden häufig aus Reststoffen der Sägeindustrie zu Presslingen verarbeitet. Das spart Ressourcen.

Bei modernen, von der BEG geförderten Holzfeuerungen unterscheidet man beispielsweise Scheitholzheizungen, Holzvergaserheizungen und Pelletheizungen. Teilweise gibt es diese auch mit Sichtfenster für den Wohnzimmerbereich. Allerdings müssen die Besitzer hier selbst für das benötigte Brennmaterial sorgen und einen passenden Kaminabzug einrichten. Vollautomatische Systeme stehen eher im Keller.

Wer also auf Holzheizungen setzt, um umweltfreundlich zu heizen, sollte auf regionales Scheitholz bzw. Pellets achten. Mithilfe von Umweltzertifikaten wie dem FSC behalten Sie die Übersicht über Anbaubedingungen und Transport und können sich auf die vorteilhafte CO2-Bilanz der Holzheizung verlassen.

Trotzdem ist der Trend zur Holzheizung nicht nur positiv: Wälder binden mehr CO2, je älter sie werden. Wird viel mit Holz geheizt, steigt der Bedarf an bewirtschafteten Wäldern, die nicht nur jünger sind, sondern im Vergleich zu Naturwäldern auch eine kleinere Holzmenge aufweisen. Vor allem wer die Herkunft seines Brennholzes außer Acht lässt, trägt unter Umständen dazu bei, den natürlichen CO2-Speicher der Erde zu reduzieren.

Wir fassen zusammen: Heizen mit Holz kann eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellen. Dabei kommt es besonders darauf an, welche Rohstoffe verbrannt werden. Auch sauberes Abbrennen und wirksame Emissionsminderungstechnik sind maßgeblich für eine wirklich klimafreundliche Art zu Heizen. Ältere Anlagen verursachen in der Regel größere Schadstoff-Emissionen und sollten zeitnah ausgetauscht werden. Achten Sie daher auf moderne Anlagen und zertifiziertes Brennholz aus der Region.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile der Holzheizung im Überblick

✓ Verbrennt CO2-neutral.

✓ Nachwachsend und regional verfügbar.

✓ Bis zu 55 % Förderung über BEG möglich.

✓ Guter Ersatz für veraltete, heute übliche Holzfeuerungen.

✓ Moderne Filtertechniken reduzieren den Feinstaub-Ausstoß.

✓ Ideal eingestellt und dimensioniert arbeitet die Heizungsanlage umweltfreundlich.

✓ Bei regionalem Anbau: kurze Transportwege, in der Regel nachhaltige Forstwirtschaft.

✘ Steigende Beliebtheit von Holzheizungen führt zu schnellerer Abholzung. Derzeit stehen strenge Regeln für den Anbau und Verkauf noch aus, um Raubbau zu verhindern.

Solarthermie: umweltfreundlich, aber nicht ganzjährig voll nutzbar

Solarthermie kann zur reinen Warmwasserbereitung, aber auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Sonnenkollektoren erwärmen über einen Wärmeübertrager (Pufferspeicher) das Warm- beziehungsweise Heizwasser und unterstützen somit die Warm- und Heizwassererzeugung. Das spart Ressourcen wie Öl und Gas und reduziert so umweltschädliche Emissionen. Passgenau dimensionierte Anlagen können im Sommer oft bedarfsgerecht produzieren. Das bedeutet, dass Sie ausschließlich mit Sonnenenergie genug Wasser erwärmen können, um Ihren Warmwasserbedarf zu decken und in der Übergangszeit zur Heizungsunterstützung beizutragen. Solarthermische Anlagen arbeiten komplett CO2-emissionsfrei, wenn der benötigte Pumpenstrom für die Wärmeübertragung vom Dach zum Pufferspeicher aus regenerativen Quellen kommt. Im Winter und bei wenig Sonnenschein, aber auch in nördlichen Gegenden benötigen Solarthermie-Anlagen üblicherweise die Unterstützung einer Heizanlage.

Den investierten Geldbetrag für die Solarthermieanlage sparen Sie später durch die geringeren Kosten für Brennstoffe ein. Je nach Energieertrag, Kauf- und Installationspreis amortisiert sich Ihre Investition nach etwa 15 bis 20 Jahren.1 Dabei sind staatliche und/oder kommunale Förderprogramme eine attraktive Möglichkeit, die Amortisationszeit möglichst kurz zu halten. In unserem Beitrag zur Heizungsförderung geben wir Ihnen einen Überblick über die Fördermöglichkeiten und die damit verbundenen Anforderungen.

Wer also für umweltfreundliches Heizen eine Solarthermieanlage nutzen möchte, sollte auf nicht zu klein ausgelegte Anlagen und eine Heizungsunterstützung Wert legen. An den Pufferspeicher können zur Unterstützung dann auch andere regenerative Wärmeerzeuger oder auch die Gasbrennwerttherme angeschlossen werden.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile von Solarthermie im Überblick

✓ Arbeitet CO2-emissionsfrei.

✓ Spart Ressourcen (Brennstoff, Transport).

✓ Bis zu 35 % Förderung durch BEG möglich.

✓ Im Sommer vollständige Bedarfsdeckung möglich.

✘ Ausrichtung, Neigung und Beschattung des Daches können die Effizienz der Anlage beeinträchtigen.

Wärmepumpe: ideal für gut gedämmte Gebäude und Niedertemperatur-Heizsysteme

Eine Wärmepumpe greift zum Heizen auf die Umgebungswärme aus Grundwasser, Erdreich oder Luft zurück. Die Wärme wird zum Beispiel mit elektrischer Energie auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Eine Wärmepumpe arbeitet bei höherem Temperaturniveau der Umgebung effizienter, weshalb sich vor allem Grundwasser als Wärmequelle anbietet. In kalten Perioden eignet sich etwa die Umgebungsluft weniger gut. Luftwärmepumpen empfehlen sich daher nur, wenn kein Medium mit höherer Umgebungstemperatur zur Verfügung steht. Den meisten Nutzen bringen Luftwärmepumpen außerdem in gut gedämmten Gebäuden.

Wärmepumpen eignen sich vor allem für Niedertemperatur-Heizsysteme. Fußbodenheizungen und auch Wandheizungen, die mit einer Vorlauftemperatur von maximal 35 °C arbeiten, laufen besonders gut mit Wärmepumpen. Herkömmliche Heizkörper benötigen dagegen höhere Temperaturen. Je höher das notwendige Temperaturniveau, desto weniger effizient arbeitet die Wärmepumpe. Entsprechend mehr Antriebsenergie – zum Beispiel Strom – muss eingesetzt und bezahlt werden. Beziehen Sie Strom aus Kohle oder Gas, mindert das den regenerativen Aspekt der Wärmepumpe erheblich.

Je nach Strommix, Auslastung und Dämmung des Hauses kann die Wärmepumpe also eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Heizung darstellen. Wärmepumpen lassen sich je nach persönlicher Ausrichtung gut mit Solarthermie, Holzheizung oder einer Gasbrennwert-Heizungsunterstützung kombinieren, um effizient und ganzjährig zu arbeiten. In gut gedämmten Gebäuden ist neben der Wärmepumpe häufig keine Zusatzheizung notwendig.

Umweltcheck:
Vor- und Nachteile von Wärmepumpen im Überblick

✓ Macht Umgebungstemperatur nutzbar.

✓ Bis zu 50 % Förderung über BEG möglich.

✓ Ideal für Fußbodenheizung und Wandheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen.

✓ Besonders umweltfreundlich, wenn ergänzender Strom ebenfalls aus regenerativen Quellen stammt.

✘ Wenig effizient in unsanierten Häusern mit schwacher Dämmung und herkömmlichen Heizkörpern.

Immer die modernste Technologie mit Wärme-Contracting

Moderne Heizungsanlagen laufen besonders effizient – und damit umweltfreundlich. Für viele Hausbesitzer ist eine neue Heizung allerdings finanziell schwierig umzusetzen oder sie möchten ihr Geld lieber für etwas anderes nutzen – etwa ein neues Badezimmer, den Dachbodenausbau oder Urlaub. Genau dafür gibt es Wärme-Contracting: Sie mieten eine neue Heizungsanlage bei einem Contracting-Anbieter. Anschaffungs- und Betriebskosten übernimmt Ihr Vertragspartner. Statt das neue Heizsystem selbst zu kaufen, bezahlen Sie lediglich einen monatlichen Betrag, der sich aus Grundpreis und Energiekosten zusammensetzt. So sparen Sie sich die Kosten und den Organisationsaufwand für Anschaffung, Installation und Wartung. Auch das Risiko für Ausfälle geben Sie ab, nötige Reparaturen übernimmt der Contractor.

Tipp: Mehr zum Wärme-Contracting von EWE erfahren Sie in unserem Beitrag „Wärme-Contracting: Die neue Heizung einfach mieten“.

Fazit: Welche Art zu heizen ist am umweltfreundlichsten?

Der CO2-Ausstoß der klassischen Ölkessel ist am höchsten, moderne Gas-Brennwertsysteme heizen deutlich umweltfreundlicher. Das Heizen mit Holz gibt nur die Menge CO2 an die Umwelt ab, die das Holz selbst beim Wachsen gebunden hat. Allerdings benötigt die Holzheizung eine moderne Anlagen- beziehungsweise Filtertechnik, um Ruß- und Feinstaub-Emissionen zu minimieren. Besonders umweltfreundlich, aber in ihrer Effizienz von äußeren Faktoren abhängig ist die Solaranlage. Berücksichtigen Sie in der Energiebilanz auf jeden Fall auch die Herstellung der technischen Teile.

Wärmepumpen verursachen besonders wenig CO2-Emissionen. Allerdings hängt ihre Wirksamkeit stark vom Dämmstandard und den Gegebenheiten vor Ort ab. Wer auf ausgereifte Technik und viel Erfahrung setzen möchte, wählt eine moderne Gasheizung: Mit aktueller Brennwerttechnik ausgestattet überzeugt die Heizung mit einer besonders hohen Effizienz. Zusätzlich können Sie hier auf Biogas oder eine Kombination mit weiteren regenerativen Energien setzen, um ein umweltfreundliches und sicheres Heizsystem zu erhalten.

Mini- beziehungsweise Nano-Blockheizkraftwerke sind im Privathaushalt häufig eher weniger wirtschaftlich, da sie auf eine möglichst hohe ganzjährige Grundlast angewiesen sind. Im privaten Wohnhaus ist diese im Sommer meist gering. Brennstoffzellen sind derzeit noch kaum massentauglich, entsprechend teuer und komplizierter in der Betreuung. Letztendlich gibt es aber attraktive Förderungen für die meisten regenerativen Heizungssysteme. Für Interessierte lohnt es sich, sich genau zu informieren. Auch professionelle Energieberater stehen Ihnen gerne mit umfangreichem Know-how zur Seite.

FAQ – Fragen und Antworten

Ist Heizen mit Holz umweltfreundlich?

Ist Gas oder Öl umweltfreundlicher?

Ist eine Gasheizung CO2-neutral?

Informieren Sie sich im Detail über Wärme+ und nutzen Sie für eine erste Kalkulation unseren Heizungsrechner.

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Quelle: https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/solarthermie/solarthermie-preise-kosten-amortisation/